Travel: Mexiko | Yucatán & Quintana Roo

Juhu! Endlich richtiger Urlaub!
Okay, zwei Wochen in Holland waren schon echt wahnsinnig schön, aber ich wollte unbedingt mal wieder weiter weg.
Fliegen, Wärme, Meer.

Schon seit knapp über einer Woche (wo ist die Zeit hin?!) sind wir jetzt in Mexiko. So lange die Erinnerungen noch frisch sind, wollte ich trotzdem schon während des Urlaubes und nicht erst hinterher ein kleines Travel Tagebuch zusammenstellen. In den nächsten zwei Wochen werde ich hier also noch erweitern und tippen was das Zeug hält.

 

 

TULUM

 

Gelandet sind wir am 26. Oktober in Cancún auf Mexiko’s Halbinsel Yucatán. Dort blieben wir nur die erste Nacht, da wir unseren Mietwagen erst am nächsten Morgen abholen konnten. Für die erste Woche habe ich via AirBnB zwei süße Unterkünfte in Tulum gebucht. Also fuhren wir die ganze Riviera Maya am Karibischen Meer entlang und trafen in unserem Häuschen im Villenviertel von Tulum ein. Villenviertel, naja – nur nach mexikanischem Verständnis, aber es war sauber und die Polizisten fahren mit ihren Rädern durch die Straßen und sorgen für Sicherheit.

Leider hat wohl genau am Tag unserer Ankunft die Regenzeit begonnen und die nächsten wurden sehr, sehr regnerisch. Mit unseren Beach Bikes (natürlich ohne Bremsen und Gangschaltung) sind wir jeden Vormittag zum Strand gefahren und waren im warmen, stürmischen Meer baden. Das Sonnenglück hielt immer nur bis mittags, dann brach ein tropischer und sintflutartiger Regen auf uns ein. Da wir eh innerhalb kürzester Zeit pitschnass waren, war uns egal, dass wir in Badesachen auf den Rädern wieder nach Hause düsten. Immerhin die Mexikaner fanden unseren nassen Anblick immer wieder belustigend, denn sie winkten uns immer lächelnd aus ihren überdachten Autos zu.

 

 

An einem Morgen sind wir extra früh aufgestanden um vor dem Touristenansturm die Maya Ruinen am Strand von Tulum zu sehen. Der Weg zu den Ruinen führt den Dschungel, wo fantastische Pflanzen und mehr oder minder große Leguane den Weg säumen. Leider kann man die Tempel nicht besteigen, aber die Überreste des Dorfes und die jahrhundertalte Baukunst zu erahnen war toll. Und der Ausblick erst! Die Ruine liegt an einem steilen Felsen mit Ausblick auf das türkise Meer, das am Ende des Horizonts manchmal rosa erscheint.

Auf dem Weg durch das Naturreservat Siaan Ka’an habe ich eine schöne Serie der Pflanzen und Palmen aufgenommen.

 

Ja, noch ein großes Plus erst im Oktober nach Mexiko zu fliegen, ist der Día de los Muertos!

Ich bin schon seit Jahren großer Fan dieses Kultes und der positiven Einstellung der Mexikaner zum Tod und der Ehrung der geliebten Verstorbenen. Nun ist dieser Feiertag eher etwas, das privat zu Hause und in den Familien gefeiert wird, aber schon die ganze Woche über konnten wir in manchen Restaurants und Läden die kleinen geschmückten Altare entdecken. Viele davon waren natürlich für die Touristen und waren berühmten Verstorbenen wie, natürlich, Frida Kahlo gewidmet. Aber auch Fotos von Großeltern zierten manche Altare. Auf dem Marktplatz in Tulum gab es ein großes Fest, bei dem traditionelle Musik gespielt wurde, Kleidung getragen, und Altare um den Platz gebaut wurden. Diese Altare waren eher für städtische und öffentliche Personen wie Bürgermeister oder Polizisten gebaut. Aus Respekt der anwesenden Familien wollte ich nicht zu offensichtlich die Altare und privaten Fotos fotografieren, also beließ ich es bei ein paar Impressionen, die ich unbemerkt aus der Hüfte schoss. Inzwischen waren wir schon in unserer neuen Unterkunft mitten im Dschungel von Siaan Ka’an und verbrachten den restlichen Abend in einem sehr schönen, wenn auch touristischem, mexikanischem Restaurant im Regenwald.

 

Das Wetter wurde in Tulum in den nächsten Tagen leider nicht besser und so schön unsere kleine Cabana im Regenwald auch war – wir waren von Mosquitos zerstochen, alle unsere Kleider waren klamm und fingen an, muffig zu riechen… und wir sehnten uns nach mehr Komfort und besserem Wetter. An unserem letzten Tag in Tulum waren wir in der Cenote hinter unserer Hütte und paddelten mit einem Kajak durch die Mangroven. Cenoten sind Süßwasserseen, die gibt is in Mexiko überall – wie kleine Oasen im Wald oder in Höhlen. Wir entdeckten sogar kleine Krokodile!

Trotzdem packten wir unsere Sachen und buchten uns für lächerlich günstiges Geld die Luxus Suite in

 

 

VALLADOLID

 

Hubsi – ist das schön hier!

 

Noch am gleichen Tag waren wir in der Cenote Zaci baden. Diese Cenote ist mitten in der Stadt und in einer wunderschönen Höhle versteckt. In der Höhle wurden Treppen und Balkone in die Steine gehauen, so dass man rundherum laufen kann. Die Höhle war riesig, leider ist es sehr schwer gewesen, wirklich alles so einzufangen wie es in Wirklichkeit ist – man muss sowas einfach mal gesehen haben.

Direkt am nächsten Tag trafen wir uns mit Christin aus Mannheim in Valladolid, die zufällig zeitgleich hier in Urlaub ist. Wir hatten den gleichen Plan für diesen Tag, also schlossen wir uns zusammen und besuchten die alte Maya Ruine Ek Balam nördlich von Valladolid. Hier durfte man endlich alle Stufen besteigen und einen tollen Ausblick auf den Urwald genießen. Da mir die Kamera für den Anstieg zu schwer war, entschied ich mich die Bilder nur in meinem Kopf zu speichern und mich auf ein Gruppenselfie auf dem Handy zu beschränken. Anschließend gingen wir neben den Ruinen im Cenote Xchenché baden. Es war wunderbar erfrischend und wir hatten viel Spaß dabei, mit einem Seil über das Wasser zu schwingen und uns reinfallen zu lassen.

Heute waren wir nur in den Straßen von Valladolid unterwegs, jedes Haus ist hier in einer anderen Pastellfarbe oder in dunklem Rot gestrichen. So bieten sich viele tollen Kulissen um die alten Frauen zu fotografieren, die ihre Waren anbieten. Außerdem waren wir im Convent de San Berndino de Siena, einer kirchlichen Anlage mit schönem Garten im Hinterhof. Die Kirche ist übrigens auf einem Cenote gebaut worden, leider sieht man davon nicht sehr viel. Die Wände und Gänge sind ocker gestrichen und durch das einfallende Licht herrscht dort eine magische Atmosphäre mit tollen Ausblicken.

An unserem letzten Tag in Valladolid machen wir noch eine Fototour durch die örtliche Markthalle, doch bevor wir nach Mérida fahren.

 

MERIDA

Die Hauptstadt von Yucátan. Kurz vor Mérida wurde schon spürbar, dass es sich hier um eine Stadt mit anderen Größenverhältnissen handelt, als in den kleinen Städten in denen wir vorher waren. Wir wurden tatsächlich an einer Straßensperre von den Féderales, der Bundespolizei, herausgezogen und gefilzt. Ein seltsames Gefühl, am Straßenrand zu stehen während mein Koffer und Handtaschen von jemanden durchsucht werden, mit dem ich kaum ein paar Wörter wechseln kann und gar nicht weiß, worum es geht. Die Männer in ihren schwarzen Klamotten, Messer am Bund und Maschinengewehr um den Rücken.

Nach 10 langen Minuten und einem kurzen aber netten Gespräch mit einem Kollegen und meinem gebrochenen Spanisch durften wir weiter Richtung Zentrum fahren. Die Stadt ist super weitläufig und es ist schwer sich zu orientieren, viele Autos, Stau und Verkehr. Nach sehr anstrengenden 2h Fahrt entschieden wir uns für einen gemütlichen Ausklang des Tages und kochten abends in unserer Unterkunft, die wir über Air BnB gefunden haben. Das Haus ist sehr schön, es gibt sogar einen kleinen Pool und die Mitbewohner sind sehr gesprächig, also unterhielten wir uns noch bis in die Nacht mit einer neuen Bekanntschaft aus Amerika.

Der nächste Tag ist ein Sonntag und die Cenoten um Mérida haben geschlossen. Zum Frühstück gingen wir ein kleines französisches Café auf der Paseo Montejo, einer langen Allee gesäumt mit den großartigsten Kolonial-Villen! Ein absolutes Highlight der Stadt, und da dort eine Veranstaltung mit Fahrrädern statt fand, war die Allee vormittags komplett autofrei. So war viel Ruhe, um die Allee auf und ab zu schlendern und sich die prachtvollen weißen Gebäude mit den verschnörkelten Metallgittern vor den Fenstern anzusehen. Unser Frühstück war wirklich sehr französisch – tolle Croissants! Das passt sehr gut zu Mérida, denn die Paseo Montejo ist den Champs Elysées in Paris nachempfunden. Da wir für den weiteren Tagesablauf keine Lust auf Ärchologische Ausgrabungsstätte hatten, verbrachten wir den ganzen Tag im Zoologischen Garten der Stadt. Der Eintritt ist frei und es war genau die richtige Idee: Der Park war voll mit locals (ich hasse das Wort „Einheimische“…) und es scheint wirklich DAS Event für Familien zu sein. Es gab dutzende kleine Snackwagen, die Eis, Chips oder Spielzeuge verkaufen. Es gab eine Bimmelbahn die ihre Kreise im Park zieht, die Schlange dafür war gefühlt 3km lang, dabei kann so eine Rundfahrt nicht länger als vielleicht 5 Minuten gedauert haben. Es gab Fahrgeschäfte und Ponyreiten für die Kleinen – ich glaube die Wasserfontänen aus dem Boden waren aber am beliebtesten. Überall rennen kleine nasse Kinder herum :)

Im hinteren Teil des Parks ging es dann zu den Tieren: Nilpferde, Krokodile, Zebras, eine Giraffe und eine beträchtliche Anzahl an Bengalischen Tigern, Jaguaren und Löwen zählen zu den Bewohnern. Allen Tieren war wohl ziemlich zu heiß, vielleicht auch besser so, denn sie schliefen in ihren eher kleinen Gehegen, die nur mit einem Maschendrahtzaun ausgestattet waren. Ich beschränkte mich auf die Kamera meines Handys und schoß ein paar Schnappschüsse von einem Riesen-Leguan, der über die Zäune der Gehege kletterte und sich umschaute was der Park sonst so zu bieten hat.

Später fuhren wir nochmal zur Paseo Montejo und schlichen uns rotzfrech in das Hotel mit dem höchsten Turm der Straße und schoben von oben ein paar Fotos während des Sonnenuntergangs (der ist hier übrigens schon um 17.30 Uhr!). Auf dem Weg zurück wollte ich unbedingt noch auf Käfer-Jagd gehen und fand noch ein paar schöne Autos für meine Sammlung, die ich in Valladolid angefangen habe.

 

beetlejuice

 

 

RIO LAGARTOS | LAS COLORADAS | SAN FELIPE

 

Die Amerikaner würden sagen „the travel-bug bites us“ – und deshalb verließen wir die Stadt Mérida einen Tag früher als geplant um wieder schnurstracks Richtung Meer zu düsen – diesmal aber nicht die karibische Seite sondern nach Rio Lagartos am Golf von Mexiko.

Die Gegend ist berühmt für die hunderte Flamingos die hier heimisch sind. Da wir in Rio Lagartos direkt kein schönes Hotel gefunden haben, buchten wir etwas im circa 10km entfernten San Felipe, ein kleines verschlafenes Fischerdorf. Eigentlich ist das hier sogar das einzige Hotel das es im Umkreis gibt. Da wir genau zum Sonnenuntergang hier ankamen, machten wir noch einen Umweg nach Las Coloradas. Hier soll es eine Lagune geben, die aufgrund von Algen und Salz rosafarbenes Wasser enthält. Rosa Wasser? Und Sonnenuntergang? Nix wie hin!

Noch bevor wir die Lagune sehen konnten, prangt am Himmel plötzlich ein gigantischer weißer Berg – wie ein Gesteinsfelsen, den man eher in den Alpen vermuten möchte. Aber es war Salz! Ein riesiges Salzwerk steht inmitten der Lagune und den daraus angelegten Salinen. Dann konnten wir schon das Wasser sehen, milchig rosa. Wie Erdbeershake.

Ich möchte mich nicht beschweren, aber es war uns nicht möglich, das Wasser zu fotografieren, da es so still zwischen flachen Dünen liegt, das sich der Himmel darin spiegelt und man nichts vom Wasser selbst sehen kann.

Also mussten wir am nächsten Tag nochmal hin, aber vorher machten wir einen Zwischenstopp in Rio Lagartos um nun endlich die Flamingos zu sehen. Pustekuchen, keine Flamingos da. Ich tröstete mich mit ein paar Möven und wurde dann aber zurück in Las Coloradas fündig und konnte immerhin aus 50m Entfernung ein paar Flamingos erhaschen.

Unser Hotel in San Felipe liegt direkt im Hafen des Dorfes, also unmittelbar – aus unserem Fenster können wir die Fische im Wasser schwimmen sehen. Und während ich das schreibe, kommen die Fischer zurück vom Meer und dutzende Pelikane fliegen vor meinem Fenster an mir vorbei.
Wir bleiben noch einen Tag hier, bis es uns dann wieder für zwei Nächte zurück nach Tulum an die endlosen weißen Strände und das klare türkise Wasser zieht.

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